Im März dieses Jahres war vermehrt die Meldung in den Medien zu lesen „Staupe bei Füchsen“. In NRW sind mehrere Füchse an Staupe verendet. Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg waren in den letzten Jahren „Staupefüchse“ nachgewiesen. In Mecklenburg Vorpommern gab es auch einige Ausbrüche. Doch was ist das für eine Erkrankung und was bedeutet dies für unsere Vierbeiner?

Staupe ist eine Viruserkrankung. Die Erreger gehören zu den Paramyxoviren. Die „Zielgruppe“ sind u.a. Marder, Frettchen, Wölfe Füchse, Marderhunde und Hunde. Für den Menschen oder Katzen sind die Viren nicht gefährlich. Eine Übertragung ist direkt als Tröpfcheninfektion als auch indirekt über Kleidung, Futter- oder Trinknäpfe möglich. Auch eine intrauterine (also von der tragenden Mutter auf die ungeborenen Welpen) kann vorkommen. Die direkte Übertragung ist aber häufiger anzutreffen. Eine Ansteckung ist bei allen Altersgruppen möglich. Gerade ungeimpfte oder immungeschwächte Tiere sind besonders gefährdet.

Nach einer Infektion erfolgt eine kurze Inkubationszeit (wenige Tage), ehe es zur Ausbildung von Symptomen kommt. Es gibt verschiedene Verlaufsformen, sowohl bei der Symptomausprägung als auch bei der Schnelligkeit des Verlaufs (akut, perakut, chronisch).

Die Symptome sind vielfältig. Als erstes fällt hohes Fieber, über 40 °C auf, danach verteilt sich das Virus im Körper und befällt die Organe. So kann es zu respiratorischen Problemen (Nasenausfluss, Husten, Bronchitis) kommen. Auch die intestinale Variante, die durch Durchfall, Erbrechen, Inappetenz gekennzeichnet ist, kann vorkommen. Häufig fallen neurologische Probleme (Krämpfe, Neurologische Ausfälle, Bewußseitsstörungen) auf. Die neurologische Form kann auch nach einer früheren Staupeinfektion bei älteren Tieren (Old Dog Encephalitis) auftreten. Eine Sonderform ist die Hard-Pad Disease, bei der es zu einer übermäßigen Verhornung an den Pfotenballen und dem Nasenspiegel kommt. Auch das „Staupegebiss“ ist eine typische Folge. Es wird durch Zahnschmelzdefekte verursacht, die bei einer Infektion eines jungen Hundes verursacht werden.

Die Staupe ist nur symptomatisch zu behandeln. Die beste Therapie ist die Vorsorge. Eine Impfung führt zu abgeschwächten Verläufen. Für ungeimpfte Tiere ist die Infektion meistens tödlich! Bitte überprüfen Sie den Impfstatus Ihres Lieblings. Haben Sie Fragen? Dann kommen Sie mit dem Impfausweis in unsere Praxis und wir beraten Sie gerne!

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