Praktizierter Tierschutz ist ein Dauerbrenner. Unsere Tierhaltung im Heimtierbereich hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Das sieht man an den steigenden Umsätzen der Futterhäuser oder im Zubehörbedarf für Hunde und Katzen. In anderen Ländern (z.B. Spanien, Italien, Griechenland, Rumänien) haben die Haustiere nicht so einen hohen Stellenwert wie hier in Deutschland. Das mag zum einen an den eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Bewohner liegen, aber vielleicht auch an der anderen Mentalität. Die Tierheime (und manchmal auch Tötungsstationen) sind häufig überfüllt und wer je vor Ort war, wird verstehen, dass man sich über jeden Hund freut, der die Lokalität verlassen kann.

Die einreisenden Hunde sind meistens sehr dankbar, haben aber oft verschiedene „Baustellen“. Dieser sollte man sich vor der Einreise bewusst machen. Häufig sind die Tiere ängstlich, weil mit ihnen nicht zimperlich umgegangen wurde oder weil sie vieles nicht kennen. Manche erleiden einen „Kulturschock“- ein anderes Klima, neue Leute, ständig an der Leine (wo er oder sie vielleicht früher ein Streuner war), neue Futtermittel etc.

Aber auch gesundheitlich gibt es einiges zu beachten. In den wärmeren Ländern sind andere Krankheiten „heimisch“ als in Deutschland. Allerdings „wandern“ einige Krankheiten bereits ein.

Typische Reisekrankheiten sind Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose, Infektion mit Hepatozoon canis, Anaplasmose. Nicht immer sind die einreisenden Tiere klinisch krank. Manchmal kann die Krankheit Monate oder Jahre später ausbrechen. Es empfiehlt sich,eingereiste Tiere auf die Krankheiten zu untersuchen. Häufig bringen die neuen Mitbewohner Untersuchungsbefunde aus ihrer alten Heimat mit. Diese eignen sich jedoch nur bedingt dazu, um den Infektionsstatus des Patienten zu bestimmen. Es wird in der Diagnostik sowohl nach Antikörper (indirekter Erregernachweis) als auch nach dem Errger direkt gesucht. Da das Immunsystem eine gewisse Zeit (bis zu 6 Monate) braucht um Antikörper zum Schutz des Tieres zu bilden. Weil es nicht bekannt ist, wann sich ein Tier möglicherweise infiziert hat, kann eine Blutprobe fälschlicherweise noch negativ sein. Oder ein Tier wurde in der alten Heimat negativ getest und infiziert sich ein paar Tage später. Aus diesem Grund ist es sinnvoll das Tier nachzutesten. Es empfiehlt sich dafür 6 Monate nach der Einreise nach Deutschland die Blutprobe zu ziehen. Ergeben sich dann Befunde kann früh und umfassend reagiert werden. Nicht alle Reisekrankheiten sind heilbar. Aber die meisten sind gut zu managen, wenn man von ihnen Kenntnis hat.

Deshalb sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie einen ausländischen Mitbewohner haben. Wir erklären Ihnen gerne,welche Risiken für ihn bestehen und was wir für Sie beide tun können!


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