Wer kennt das nicht: Man geht spazieren und sieht auf der Straße einen niedlichen Hund und grübelt, welche Rasse könnte der sein? Aber was ist eigentlich eine Hunderasse?

Es gibt keine einheitliche Definition einer Hunderasse. Im Veterinärmedizinischen Wörterbuch steht: Rasse: Eine Gruppe von Individuen einer Art, die sich in bestimmten Merkmalen von anderen Individuengruppen unterscheiden und diese Merkmalsvariation vererben. Es gibt verschiedene Merkmale (äußerlich: z.B. Körperbau, Fellfarbe, Haarlänge und innerlich: Wesen), die sich von anderen abgrenzen lassen. Meistens sind Rassen durch ihre jeweiligen Zuchtverbände /Vereine definiert. So kommt es, dass kontinuierlich neue Hunderassen entstehen z.B. Rasmo, Labradoodle.

Es gibt verschiedene Prädispostionen (Vorbelastung) für Erkrankungen, die bei bestimmen Rassen gehäuft auftreten. z.B. Maligne Histiozytose (bösartige Tumorerkrankung) beim Bernersennenhund oder Hyperurikosurie  beim Dalmatiner. Da dies meistens durch bestimmte Gendefekte ausgelöst werden und damit auch vererbt werden, sind die Zuchtverbände und Forschung bemüht, das Gen zu identifizieren. Ist das Gen bekannt, kann häufig nach diesem Gendefekt gesucht und über eine Blutprobe nachgewiesen werden. Mit Tieren, die das „kranke“ Gen haben, sollte nicht mehr gezüchtet werden. Die Erforschung von Gendefekten kann sehr lange dauern und teuer sein. Dies hat zur Folge, dass manche Untersuchungen auf defekte Gene patentiert sind und nur von speziellen Laboren durchgeführt werden kann.

Anders verhält es sich z.B. bei der Anfertigung von Röntgenbildern zum Ausschluss von bestimmten Erkrankungen. Beim Verein für Deutsche Schäferhunde wird mit der jeweiligen Tierarztpraxis ein Vertrag geschlossen, der die Praxis berechtigt die geforderten Aufnahmen anzufertigen und zur Auswertung zu Versenden.

Während i.d.R. die Gendefekte oder die Röntgenaufnahmen eher für die Zuchttauglichkeit ausschlaggebend sind, gibt es doch einige „Baustellen“, die für den Halter von Relevanz sind. So ist die Ernährung eine nicht zu unterschätzende Rasseproblematik. Gerade die Ernährung eines heranwachsenden Hundes kann mehr bedeuten, als Futter aus dem Discounter in den Napf zu geben. Hier wird weniger nach Rasse als mehr nach Hundegruppen unterschieden.

Die unterschiedlichen Dispositionen zu kennen, gehört zum Basiswissen in der Tiermedizin und ist bei jeder Vorstellung eines Haustieres wichtig. Natürlich gibt es die Dispositionen auch bei Katzen. So sind Main Coon Katzen häufiger von Herzerkrankungen betroffen, als die meisten anderen Rassen. Perserkatzen leiden  häufiger an Nierenzysten.

Sollten Sie spezielle Fragen zu Ihrem Hund oder Katze und mit damit eventuell verbunden Krankheiten haben oder sich für spezielle Untersuchungen interessieren, sprechen Sie uns an.

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