Praktizierter Tierschutz ist ein Dauerbrenner. Unsere Tierhaltung im Heimtierbereich hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Das sieht man an den steigenden Umsätzen der Futterhäuser oder im Zubehörbedarf für Hunde und Katzen. In anderen Ländern (z.B. Spanien, Italien, Griechenland, Rumänien) haben die Haustiere nicht so einen hohen Stellenwert wie hier in Deutschland. Das mag zum einen an den eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Bewohner liegen, aber vielleicht auch an der anderen Mentalität. Die Tierheime (und manchmal auch Tötungsstationen) sind häufig überfüllt und wer je vor Ort war, wird verstehen, dass man sich über jeden Hund freut, der die Lokalität verlassen kann.

Die einreisenden Hunde sind meistens sehr dankbar, haben aber oft verschiedene „Baustellen“. Dieser sollte man sich vor der Einreise bewusst machen. Häufig sind die Tiere ängstlich, weil mit ihnen nicht zimperlich umgegangen wurde oder weil sie vieles nicht kennen. Manche erleiden einen „Kulturschock“- ein anderes Klima, neue Leute, ständig an der Leine (wo er oder sie vielleicht früher ein Streuner war), neue Futtermittel etc.

Aber auch gesundheitlich gibt es einiges zu beachten. In den wärmeren Ländern sind andere Krankheiten „heimisch“ als in Deutschland. Allerdings „wandern“ einige Krankheiten bereits ein.

Typische Reisekrankheiten sind Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose, Infektion mit Hepatozoon canis, Anaplasmose. Nicht immer sind die einreisenden Tiere klinisch krank. Manchmal kann die Krankheit Monate oder Jahre später ausbrechen. Es empfiehlt sich,eingereiste Tiere auf die Krankheiten zu untersuchen. Häufig bringen die neuen Mitbewohner Untersuchungsbefunde aus ihrer alten Heimat mit. Diese eignen sich jedoch nur bedingt dazu, um den Infektionsstatus des Patienten zu bestimmen. Es wird in der Diagnostik sowohl nach Antikörper (indirekter Erregernachweis) als auch nach dem Errger direkt gesucht. Da das Immunsystem eine gewisse Zeit (bis zu 6 Monate) braucht um Antikörper zum Schutz des Tieres zu bilden. Weil es nicht bekannt ist, wann sich ein Tier möglicherweise infiziert hat, kann eine Blutprobe fälschlicherweise noch negativ sein. Oder ein Tier wurde in der alten Heimat negativ getest und infiziert sich ein paar Tage später. Aus diesem Grund ist es sinnvoll das Tier nachzutesten. Es empfiehlt sich dafür 6 Monate nach der Einreise nach Deutschland die Blutprobe zu ziehen. Ergeben sich dann Befunde kann früh und umfassend reagiert werden. Nicht alle Reisekrankheiten sind heilbar. Aber die meisten sind gut zu managen, wenn man von ihnen Kenntnis hat.

Deshalb sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie einen ausländischen Mitbewohner haben. Wir erklären Ihnen gerne,welche Risiken für ihn bestehen und was wir für Sie beide tun können!


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Im März dieses Jahres war vermehrt die Meldung in den Medien zu lesen „Staupe bei Füchsen“. In NRW sind mehrere Füchse an Staupe verendet. Auch im Kreis Herzogtum Lauenburg waren in den letzten Jahren „Staupefüchse“ nachgewiesen. In Mecklenburg Vorpommern gab es auch einige Ausbrüche. Doch was ist das für eine Erkrankung und was bedeutet dies für unsere Vierbeiner?

Staupe ist eine Viruserkrankung. Die Erreger gehören zu den Paramyxoviren. Die „Zielgruppe“ sind u.a. Marder, Frettchen, Wölfe Füchse, Marderhunde und Hunde. Für den Menschen oder Katzen sind die Viren nicht gefährlich. Eine Übertragung ist direkt als Tröpfcheninfektion als auch indirekt über Kleidung, Futter- oder Trinknäpfe möglich. Auch eine intrauterine (also von der tragenden Mutter auf die ungeborenen Welpen) kann vorkommen. Die direkte Übertragung ist aber häufiger anzutreffen. Eine Ansteckung ist bei allen Altersgruppen möglich. Gerade ungeimpfte oder immungeschwächte Tiere sind besonders gefährdet.

Nach einer Infektion erfolgt eine kurze Inkubationszeit (wenige Tage), ehe es zur Ausbildung von Symptomen kommt. Es gibt verschiedene Verlaufsformen, sowohl bei der Symptomausprägung als auch bei der Schnelligkeit des Verlaufs (akut, perakut, chronisch).

Die Symptome sind vielfältig. Als erstes fällt hohes Fieber, über 40 °C auf, danach verteilt sich das Virus im Körper und befällt die Organe. So kann es zu respiratorischen Problemen (Nasenausfluss, Husten, Bronchitis) kommen. Auch die intestinale Variante, die durch Durchfall, Erbrechen, Inappetenz gekennzeichnet ist, kann vorkommen. Häufig fallen neurologische Probleme (Krämpfe, Neurologische Ausfälle, Bewußseitsstörungen) auf. Die neurologische Form kann auch nach einer früheren Staupeinfektion bei älteren Tieren (Old Dog Encephalitis) auftreten. Eine Sonderform ist die Hard-Pad Disease, bei der es zu einer übermäßigen Verhornung an den Pfotenballen und dem Nasenspiegel kommt. Auch das „Staupegebiss“ ist eine typische Folge. Es wird durch Zahnschmelzdefekte verursacht, die bei einer Infektion eines jungen Hundes verursacht werden.

Die Staupe ist nur symptomatisch zu behandeln. Die beste Therapie ist die Vorsorge. Eine Impfung führt zu abgeschwächten Verläufen. Für ungeimpfte Tiere ist die Infektion meistens tödlich! Bitte überprüfen Sie den Impfstatus Ihres Lieblings. Haben Sie Fragen? Dann kommen Sie mit dem Impfausweis in unsere Praxis und wir beraten Sie gerne!

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Omnia sunt venena, nihil est sine veneno. Dosis sola facit venenum. Das wusste schon Paracelsus (1493-1541). Übersetzt heißt das „All Ding sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. Die Dosis wird auf das Kilogramm Körpermasse bezogen. Beispielsweise ist die Menge an Schokolade, die für Hunde giftig ist, bei einem Dackel geringer als für eine Dogge. Ebenfalls hängt die Toxizität auch von der Intensität der Schokolade ab- je höher der Kakaoanteil desto schlechter für den Hund. Auch Obst (Fallobst) kann kritisch werden. Dies gilt für kernhaltige Früchte z.B. Pflaumen, Aprikosen, da in den Kernen Blausäure enthalten ist. Natürlich können die Kerne auch mechanisch (Darmverschluss) noch zu einem Problem führen. Weintrauben, Rosinen, bittere Mandeln, Tomaten und Avocados gehören ebenfalls nicht auf den Speiseplan für Hunde. Wichtig ist es auch bei einer Ernährung über Dosenfutter auf die Haltbarkeit (okay- wir streiten uns jetzt nicht über ein paar Tage) aber v.a. auf die Unversehrtheit der Dose zu achten. Verbeulte, gewölbte oder andere Beschädigungen können zum Verderben des Inhalts führen.

Alkohol, koffeinhaltige Getränke wie z.B. Kaffee und Cola sowie einige Tees sind ebenfalls nicht geeignet, da diese Substanzen zu vermehrter Erregung sowie auch zu Herzproblemen führen können.

Katzen sind meistens deutlich wählerischer bei ihrem Speiseplan als Hunde. Aber auch bei den Samtpfoten gibt es einige Fallstricke. Gerade Wohnungskatzen „bedienen“ sich gerne an Zimmerpflanzen. Viele Zimmerpflanzen werden gerne von Katzen beknabbert, haben aber einige giftige Komponenten in sich. Sehr beliebt sind z.B. Elefantenfuß, Dracena, Drachenbaum und Eufeutute. Diese Pflanzen sollten aus dem Radius der Katze entfernt werden und anstelle Katzengrass anbieten. Häufig gibt es nur milde Symptome wie Speicheln, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei chronischer Aufnahme kann es zu ernsthaften Erkrankungen kommen.

Auch bei Freigängern (Katzen als auch Hunde) kann es Probleme geben. V.a. in Bereichen, in den Chemikalien eingesetzt werden. Gerade im Sommer sind Schneckenkornintoxikationen häufig und fast immer tödlich. Aber auch die Aufnahme andere Insektizide oder Düngemittel sowie Rattengift führt zu Problemen und es braucht eine schnelle Behandlung!

Sollten Sie Fragen zu Verträglichkeit von Nahrungsmitteln haben, sprechen Sie uns an! Sollten Ihre Haustiere an Pflanzen knabbern, teilen Sie dies bitte mit, wenn Sie mit Ihrem Liebling Sorgen haben.

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In der Tierarztpraxis stehen Narkosen an der Tagesordnung. Täglich werden Kastrationen, Zahnsanierungen oder andere Operationen durchgeführt. Natürlich weiß jeder, dass es immer ein Narkoserisiko gibt. Aber niemand rechnet damit, dass wirklich etwas passiert. Aber auch, wenn die Risiken durchaus überschaubar sind, sind sie doch real.

Das Narkoserisko ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Rasse und Alter des Tieres, Narkoseform, Überwachung, Vorerkrankungen sowie Art des Eingriffs etc.

Vor jeder Narkose wird das Tier gründlich untersucht. Sollte es Ihrem Tier am OP-Tag nicht gut gehen (Durchfall, andere Schmerzen, Fieber, ungewöhnliches Verhalten etc.), teilen Sie es uns bitte mit. Um Vorerkrankungen bestmöglichst auszuschließen, empfiehlt sich eine Blutuntersuchung.

Die Narkosemittel sind bewährt und haben keine/nur wenig Nebenwirkungen. Das Wichtigste ist eine gute Narkoseüberwachung. Es werden Herz- und Atemfrequenz sowie die Reflexe überprüft.

Da die Narkosemittel Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt haben, müssen die Patienten (außer Vögel und Heimtiere) 8-12 Stunden vorher nüchtern gelassen werden. Bei vorheriger Futteraufnahme kann es sein, dass das Tier erbricht und hochgewürgte Speisereste die Atemwege verlegen. Auch in der Aufwachphase sind Übelkeit und Erbrechen möglich. Es ist wichtig, dass darauf geachtet wird, dass hochgewürgte Flüssigkeit und Futtereste aus der Maulhöhle entfernt werden. Wasser darf bis zur OP zur freien Verfügung vorhanden sein.

Nach der Operation bekommen Sie von uns eine Erklärung und Anweisung, wie es mit Ihrem Liebling weiter geht und worauf Sie achten müssen. Meistens werden weitere Medikamente (z.B. Schmerzmittel) mitgegeben. Das Tier sollte den restlichen Rausch bei Zimmertemperatur ausschlafen dürfen. Positionieren Sie es so, dass es nicht stürzen kann (Achtung beim Sofa oder Treppen). Manche Patienten heulen und jammern. Dies kann sehr anstrengend sein und klingt auch besorgniserregend. Allerdings sind es normale Nachwirkungen der Narkose und haben nichts mit Schmerzen zu tun. Manche Tiere beruhigen sich in Gesellschaft schnell wieder. Diese Phase kann aber einen halben Tag oder Nacht andauern.

Wenn der Patient richtig geradeaus laufen kann und nicht mehr torkelt, dürfen Sie ihm etwas zu trinken anbieten. Wenn er nicht erbricht, darf ihm auch eine Kleinigkeit zu futtern angeboten bekommen.

Sollten Probleme auftreten, kontaktieren Sie uns bitte sofort!

Trotz aller Sorgfalt kann es vorkommen, dass ein Tier in der Narkose stirbt. Das ist eine Tragödie: für das Tier, für den Tierhalter, die Familie, aber auch für uns als Tierarztpraxis. Auch wenn bei manchen Patienten das Narkoserisiko höher ist als bei anderen (ein übergewichtiges, altes Tier mit Herz- oder Atemproblemen hat ein höheres Risiko als ein junges, gesundes Tier), geht man – auch wir- immer davon aus und hofft, dass alles gut geht. Stirbt ein Tier mit einem geringen Risiko, empfiehlt sich eine pathologische Untersuchung. Die Klärung des Todesursache kostet zwar Geld, hilft aber auch Unsicherheiten (Was wäre wenn, Hätten wir nicht… usw.) aus der Welt zu schaffen. Allerdings kann man das Tier nach der Untersuchung nicht beerdigen, da das aus hygienischen Gründen nicht möglich ist. Und genau wie der Pathologe müssen auch wir- trotz des Todes- unsere Leistungen berechnen.


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Kennen Sie das Schlagwort „Fachkräftemangel“? Klar – aus der Industrie und aus der Presse ist es nicht mehr weg zu denken. Auch bei den Handwerkern macht es sich bemerkbar. Es ist ja schon schwierig, einen Handwerker für kleinere Aufgaben zu finden. Aber in der Tierarztpraxis? Hier auf dem Land? Oder – wenn man so will – im Hamburger Umland?

Ab und zu merken Tierbesitzern an, dass sie in der Sprechstunde lange warten müssen oder das nicht dringende Operationen erst in ein oder zwei Wochen durchgeführt werden können. Natürlich würden wir die Wartezeit gerne verkürzen. Aber wie? Jeder Patient brauch seine Zeit- sowohl für die Anamnese durch den Besitzer, als auch für eine gründliche Untersuchung und manchmal für weitere Diagnostik. Mit einem Assistenten könnte man die Sprechstundenzeiten erweitern und einige Operationen früher durchführen. Aber woher soll dieser kommen?

Seit einem Jahr suchen wir Verstärkung. Aktiv mit Annoncen und Aushängen als auch passiv. In Tierarztzeitschriften finden sich Announcen mit Arbeitsangeboten über mehrere Seiten. Aber die Announcen von Tierärzten und Tierärztinnen, die eine Stelle suchen, passen auf eine Viertelseite. Diejenigen, die eine Stelle suchen, möchten nicht aufs Land, sie möchten möglichst keine Wochenendarbeiten oder Nachtdienste leisten. Aber gerade eine kleine Praxis funktioniert nur, wenn jeder mal diese Dienste übernimmt.

Ähnlich verhält es sich mit Tiermedizinischen Fachangestellten bzw. mit Azubis. Während man vor ein paar Jahren noch mit Bewerbungen quasi überhäuft wurde, freut man sich heute über jede Bewerbung. Aber nicht jeder Bewerber oder Bewerberin ist auch geeignet und passt ins Team. Tatsache ist, dass sich die Bewerbungskandidaten mit „Sie hören von mir“ verabschieden.

Während das für viele Besitzer eine Randnotiz ist, weitet es sich für die Urlaubsplanung oder im Krankheitsfall zu einem echten Problem aus. Tiere kennen keinen Urlaub und werden zu allen möglichen Zeiten krank. Ich möchte meine Praxis mit allen Sorgenkindern in guten Händen wissen. Gleichzeitig kann ich unmöglich 7 Tage die Woche 24 h parat stehen. In meinem Beruf bin ich fast immer in Bereitschaft und arbeite gerne. Aber auch ich werde mal krank oder brauche mal eine Auszeit um neue Energie zu tanken… Es gibt hauptberufliche Praxisvertreter. Diese berechnen ungefähr 2500€ pro Woche, dazu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Gleichzeitig laufen die eigenen Kosten natürlich weiter, und auch der Urlaub kostet Geld. Dieses Geld muss durch die Vertretung erstmal wieder erwirtschaftet werden. Dies ist natürlich doppelt schwierig, weil zu einer fremden Person noch kein Vertrauensverhältnis bestehen kann. Alternativ könnten wir die Praxis auch schließen. Aber das ist für kranke Tiere , für Notfälle keine Lösung. Oder man sucht nach einer weiteren Lösung, z.B. in dem man die Hilfe von Kollegen im Ruhestand in Anspruch nimmt.

Aus diesem Grund bin ich natürlich froh, dass mir mit Herrn Eberle und meiner Mutter zwei erfahrene Tierärzte zur Seite stehen und die Betreuung in meiner Abwesenheit übernehmen. Natürlich behandeln sie die Patienten anders, benutzen andere Medikamente und reden anders mit Tier und Besitzer, aber sie sind für den Notfall erreichbar und stehen kompetent und mit viel Erfahrung in der Praxis.

Wenn Ihnen weitere Lösungen einfallen oder Sie zufällig arbeitslose Tierärzte kennen…sprechen Sie mich gerne darauf an!

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Momentan sind die Temperaturen für einen Winter relativ mild. Wenn es kälter wird, stellt sich auch für unsere Vierbeiner die Frage nach der „richtigen Bekleidung“. Viele Tiere wechseln zum Winter ihr Fell. Das Unterfell wird dichter. Das Unterfell dient v.a. zur Wärmeisolierung. Es wird zur kalten Jahreszeit dichter und fülliger. Eine Wärmeisolierung ist nur durch ein funktionierendes Luftpolster zwischen den Haaren möglich. Verfilztes Fell wärmt nicht, deshalb muss es unbedingt entfernt werden. Gerade bei älteren oder kranken Tieren funktioniert die Fellpflege nicht mehr richtig. Bei Katzen können Zahnprobleme zu einer eingeschränkten Hygiene führen. Auch Übergewicht schränkt die Tiere in ihrer Wendigkeit ein. Hunde, die wenig bzw. kein Unterfell besitzen (z.B. Yorkie, Malteser), brauchen an sehr kalten Tagen ein Mäntelchen. Ob mit oder ohne Unterfell ist eine gewisse Pflege nötig. Altes Fell sollte ausgekämmt werden, einige Rassen müssen getrimmt werden (also totes Fell wird ausgezupft). Damit Schnee nicht an den Pfoten zu Eisklumpen wird, sollten zu lange Haare an den Zehen gekürzt werden. Liegeschwielen (z.B. an den Ellenbogen)und Ballen werden bei frostigen Temperaturen schnell rissig. Auch diese sollten gepflegt werden. Am besten hilft eine fettreiche Creme oder Salbe, z.B. Vaseline. Ähnlich verhält es sich mit Operationswunden. Diese sollten auf die gleiche Weise gepflegt werden.

Etwas pflegeleichter sind unsere großen Vierbeiner. Ponys und Pferde können prinzipiell das ganze Jahr draußen leben. Aber auch sie brauchen einen Witterungsschutz und freien Futter- und Wasserzugang. Rinder kommen mit eher kühleren Temperaturen besser zurecht als mit wärmeren. Ihre Wohlfühltemperatur liegt zwischen acht und dreizehn Grad. Auch hier ist ein Witterungsschutz neben freiem Zugang zu Wasser und Futter wichtig. Gerade in der nassen Zeit muss verstärkt auf die Klauen- und Hufgesundheit geachtet werden. Mauke, Srahlfäule, Sohlengeschwüre und Mortellaro sind klassische Beispiele für Probleme auf feuchten Wiesen oder schlammigen Weiden.

Das Haut- und Haarkleid spiegelt zum großen Teil auch den Gesundheitsstatus unserer Vierbeiner wider. Glatt, glänzend und anliegend bzw. rassespezifisch sollte es sein. Schuppiges Fell kann Hinweise auf Parasiten oder Mangelernährung geben, wiederholte Hautentzündungen können Ausdruck von Allergien oder Schilddrüsenproblemen sein. Ein Pferd mit „Dauerwelle“, welches seine Haare nicht verliert, sollte unbedingt auf den Hormonstatus untersucht werden. Eine Katze mit verfilztem Fell sollte mal ins Mäulchen geschaut werden- vielleciht hat sie Zahnschmerzen… Nehmen Sie sich die Zeit für eine ausgiebige Fellpflege. Sie werden einiges über den Gesundheitsstaus ihres Lieblings erfahren und die Fellnase genießt das Wellnessprogramm!


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Vor einigen Tagen wurde ich zu einem kranken Pony gerufen. Der kleine Kerl ist weit über 20 Jahre alt und kann plötzlich nicht mehr laufen. Er hat Hufrehe. Dies ist eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut. Wichtig in der Therapie ist ein weicher Boden, um das Hufbein zu entlasten und eine strikte Diät, die aus gutem Heu bestehen sollte. Weiterhin empfiehlt es sich, die betroffenen Hufe (in diesem Fall alle vier) mehrmals täglich zu kühlen. Nun gehört das Pony einer alleinstehenden Dame, die über 80 Jahre ist. Ja, da ist die Theorie das eine und das praktische Umsetzen das andere. Außerdem ist es schon eine Kunst nach diesem Sommer gutes Heu zu kaufen.

Ich habe gestaunt, wie schnell sich Leute aus der Nachbarschaft bereit erklärt haben zu helfen. Der eine brachte am gleichen Nachmittag einen Ballen bestes Heu vorbei und erklärte sich bereit, den Boden aufzugrubbern. Eine andere Person wollte täglich vorbei schauen und die Füße des Patienten baden. Es gibt sie also- die Nachbarschaftshilfe!

Es ist so einfach Leute zu unterstützen. Gerade für ältere Personen sind Haustiere die einzigen „Bezugspersonen“ und nehmen eine wichtige Rolle in deren Leben ein. Wenn dann der Liebling erkrankt, kann das ein großes Problem sein. Aber auch andersherum ist es nicht einfach: Wenn die Besitzer vielleicht für längere Zeit ins Krankenhaus müssen, plagt sie die Sorge, wer sich um den Liebling kümmert.

Sicherlich gibt es Hunde- und Katzenpensionen. Diese Einrichtungen sind aber nicht für jeden Vierbeiner die richtige Unterbringung- gerade alte Tiere fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung einfach wohler. Es wäre doch schön, wenn man als Nachbar da einspringenkönnte. Ein bis zweimal am Tag nach dem Rechten sehen, Futter hinstellen und ein paar Streicheleinheiten genügen schon oft. Vielleicht kann man auch jemanden bei der Gassirunde unterstützen. Manchmal sind die Besitzer nicht mehr so rüstig wie ihr Hund und beide wären einem dankbar, wenn der Hund für einen langen Spaziergang ausgeführt wird.

Vielleicht schauen Sie mal in Ihrer Nachbarschaft wer Hilfe gebrauchen könnte!

 

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Gerade in diesen heißen Sommermonaten fällt es auf, dass wenige Mücken, aber um so mehr Fliegen durch die Gegend schwirren. Fliegen haben eine Optimaltemperatur zwischen 20 und 25 °C. Im Abstand von drei bis vier Tagen legen die Weibchen in den Sommermonaten zwischen 150 und 400 Eier ab. Aus diesen schlüpfen nach ca. 24 Stunden die Maden. Bei sehr hohen Temperaturen kann das Schlüpfen auch schneller gehen. Die Eier werden auf eiweißhaltigem Substrat abgelegt. Fliegen werden durch Gerüche angelockt, die beim Abbau von eiweißhaltigem Substrat entstehen. Deshalb sind sie oft auf verdorbenen Lebensmitteln, gammligem Fleisch, Kot oder ähnlichem zu finden.

Leider werden auch unsere Haustiere nicht vom Fliegenbefall verschont. Fliegen stören das Wohlbefinden durch das ständige Umschwirren. Außerdem übertragen sie Krankheiten, wenn sie sich zum Beispiel am Augen in der Tränenflüssigkeit von Rindern oder Pferden aufhalten. Ein weitaus größeres Problem stellen Fliegen aber an Wunden dar. Nässende Hautentzündungen, andere Wunden oder von Durchfall verklebtes Fell stellen für Fliegen einen beliebten Eiablageplatz dar. Innerhalb eines Tages können dann Maden aus den Eiern schlüpfen. Diese bohren sich dann in und unter die Haut, sie verkriechen sich auch in Hautfalten oder in die Körperöffnung der Anogenitalregion. Durch die Bewegungen der Maden kommt es zu einem Juckreiz, manchmal jucken sich die Tiere blutig, d.h. sie haben dort offene Wunden. Außerdem kann es zu Hautnekrosen (d.h. die Haut stirbt ab) kommen sowie zu großflächiger Hautablösung. An solchen Stellen sammeln sich Bakterien und es kommt zu einer eitrigen und manchmal auch fiebrigen Entzündung.

Ein Befall mit Maden muß sofort behandelt werden. Die sichtbaren Maden müssen umgehend abgesammelt werden und das Tier mit einem Medikament behandelt werden, das die eventuell nicht sichtbaren, verbliebenen Maden zuverlässig abtötet. Anschließend werden die Wunden gereinigt. Verklebtes Fell muss großflächig geschoren werden. Bei einer zusätzlichen bakterielle Entzündung benötigt das Tier ein Antibiotikum. Meistens müssen die entstandenen Wunden mehrere Tage professionell versorgt und gereinigt werden. Häufig lösen sich einige Tage nach dem Befall verschiedene Hautpartien und eine große Wunde wird sichtbar. Auch diese muss versorgt und gereinigt werden. Ist die Wunde sauber, kann man unter bestimmten Umständen versuchen, chirurgisch die Wunde zu verkleinern. Das Wichtigste ist allerdings, einen erneuten Fliegenbefall zu verhindern. Am einfachsten erreicht man dies, wenn das Tier nur noch in der Wohnung gehalten und die Räume mit Fliegengittern gesichert werden.

Gerade langhaarige Tiere oder Tiere mit Vorerkrankungen (stark geschwächte, sehr junge oder alte Tiere, Durchfall, Inkontinenz, offene Wunden) sind gefährdet. Am häufigsten sind Kaninchen betroffen, aber auch bei Perserkatzen, Katzenwelpen oder Hunden konnten wir in der Praxis schon Fliegenbefall beobachten (und beheben).

Seien Sie wachsam und kontrollieren Sie mindestens einmal täglich den Körper ihres Tieres. Achten Sie auch bei der Fütterung, ob das Dosen- oder Frischfutter schon mit Fliegeneiern verunreinigt ist.

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Die neue Datenschutzgrundverordnung ist in aller Munde. Sie betrifft auch die Tierarztpraxis. Wir benötigen Ihren Namen, die aktuelle Anschrift und Telefonnummer. Von Ihrem Hausgenossen benötigen wir Tierart und Rasse, Name, Geschlecht, Fellfarbe und Geburtsdatum, sowie, wenn vorhanden, Chipnummer und Nummer des EU-Impfausweises. Wir teilen Ihnen mit Anlegen der Patientenkartei eine Kundennummer (Tierhalter) und eine Patientennummer (für das jeweilige Tier) zu. Bei lebensmittelliefernden Betrieben benötigen wir noch die HIT-Nummer nach Viehvehrkehrsverordnung und die Tierseuchenkassennummer. Diese Daten werden nur für den Praxisablauf benötigt. Bei angefertigten Röntgenbildern oder bei Ultraschalluntersuchungen finden sich diese Angaben wieder. Die Daten werden in der Praxis gespeichert. Bei weiterführenden Untersuchungen an Fremdlabore werden einige Daten zur Identifizierung und bessere Befundinterpretation (z.B. Unterschiedliche Bakterien bei Hund oder Vogel) weitergegeben. Ebenso erfolgt eine Weitergabe an die ÜÜbeweisungsklinik, sofern es notwendig ist. Mit einer Überweisung werden nicht nur die Patientendaten weitergegeben, sondern auch Ergebnisse der vorangegangenen Untersuchung und die Krankengeschichte. Dies hat die Folge, dass z.B. Röntgenaufnahmen nicht doppelt oder dreifach angefertigt werden müssen. Bei einer Chipimplantation melden wir das Haustier automatisch beim TASSO- Register an, damit es im Verlustfall schnell zurück vermittelt werden kann. Ansonsten erfolgt keine Weitergabe an Dritte. Wir nutzen Ihre Daten zu einer jährlichen Weihnachtskarte (betrifft nur aktive Kunden der letzten zwei Jahre) und erinnern Sie an die fälligen Impfungen.
Sollten Sie Einwände bezüglich Aufnahme, Speicherung und gezielte Weitergabe Ihrer Daten haben, sprechen Sie uns bitte an. Aus steuerrechtlichen und arzneimittelrechtlichen Gründen dürfen wir nicht alle Daten komplett löschen, so sind z.B. die Rechnungsnummern mit den dazugehörigen Rechnungen 10 Jahre aufzubewahren.
Sollten Sie noch Fragen zu Ihren Daten haben, sprechen Sie uns bitte an!

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Häufig kollidieren die Vorstellungen von dem Traumberuf mit der Realität. Um das zu vermeiden, sollte man sich informieren. Dazu gibt es Infos im Internet, beim Arbeitsamt und – sehr wichtig- Praktika. Je nachdem was man sich von einem Praktikum verspricht und was man von dem Beruf weiß, variiert die empfohlene Dauer. Um einen Betrieb kennen zu lernen, reicht meistens eine Woche nicht aus. In der Zeit erlebt man, wie die Menschen in der Praxis arbeiten, welche Arbeitsabläufe wann und wie erfolgen und wo die benötigten Materialien liegen. Ab der zweiten Woche ist dann ein Mitarbeiten einfacher.

Praktikanten brauchen Zeit: Sie müssen kontinuierlich betreut werden, da eine Praxis relativ viel Gefahrenpotenzial bietet. Es können von verschiedenen Medikamenten, Spritzen, anderes scharfes Instrumentarium, Chemikalien oder auch von unwilligen Katzen oder Hunden Gefahren ausgehen. Weiterhin brauchen Praktikanten Anleitungen, Hilfestellungen und auch Nachbetreuung.

Der Praxisalltag ist manchmal schlecht zu planen: Es können Notfälle dazwischen kommen und man weiß nie, ob die veranschlagte Sprechzeit ausreicht, um alle Patienten zu versorgen. Bei uns ist Feierabend, wenn alle Patienten gut versorgt sind. Als Praktikant wäre es sinnvoll, diesen Arbeitsalltag mitzumachen- einfach um herauszufinden, ob man mit so einem unregelmäßigen Tagesablauf klar kommt.

Auch die anfallenden Tätigkeiten variieren- zum einen je nach Behandlungsfall, aber auch abhängig von den Fähigkeiten des Praktikanten. Wenn jemand selbständig, verantwortungsbewußt sowie gründlich arbeitet, können auch weiterführende Aufgaben übertragen werden. Braucht jemand eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wird man keine weiterführenden Tätigkeiten (z.B. Versorgung von Stationspatienten) übertragen bekommen.

Entgegen der allgemeinen Erwartungen, sind die häufigsten Tätigkeiten mit Reinigungsarbeiten verbunden: Praxiswischen, Reinigung von Instrumentarium nach einer Operation, Reinigung der Tische, Reinigung von Futternäpfen, Reinigung von Stationsboxen oder Transportboxen etc. Die Praxis beeinhaltet die Praxisräume, allerdings auch die Personalräume (Personalküche und -bad und ein Ruheraum). In unserem Ruheraum residiert unsere Praxiskatze, die ebenfalls versorgt und gepflegt werden möchte.

Mit diesen Tätigkeiten muss man umgehen können und sollte auch daran Spass haben. Wenn man das nicht mag, sollte man sich schon überlegen, ob diese Stelle die richtige ist. Natürlich gehört auch die Assistenz in der Sprechstunde oder beim Röntgen dazu- allerdings nimmt dieser Part maximal ein Drittel der Zeit ein.

Während Schulpraktikanten überwiegend von den TFAs betreut und angeleitet werden, sowie diese auch in ihren Tätigkeiten unterstützen, werden Praktikanten aus dem Tiermedizinstudium vom Tierarzt betreut und erleben diesen Arbeitstag mit: d.h. sie assistieren in der Sprechstunde und beim Röntgen sowie bei OPs und kommen mit zu Hausbesuchen.

Ich halte es für wichtig jungen Menschen Einblicke in den Beruf zu ermöglichen. Da mit einem Praktikum aber viel Zeit und Aufwand von uns verbunden ist und wir Lebewesen betreuen, wünsche ich mir Praktikanten, die wirklich Interesse am Beruf als auch den Patienten haben und nicht nur ihre Zeit absitzen müssen.

Bewerbungen können schriftlich oder per email erfolgen.

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