Covid-19 ist immer noch ein aktuelles Thema und der Bundesrat beschloß die Meldepflicht auch für Haustiere. Hintergrund ist immernoch die Ungewissheit, in wie weit eine Übertragung von Tier auf Mensch oder andersherum möglich ist. Das Virus braucht einen Rezeptor (ähnlich Schlüssel-Schloss-Prinzip). Dieser Rezeptor ist relativ spezifisch für die Tierart. Deshalb ist eine Infektion von Hühnern zum Beispiel nicht möglich. Katzen und Frettchen sind dagegen potentielle „Kandidaten“ für eine Infektion.

Ein Test auf das Coronavirus ist auch für Tiere möglich. Dabei gibt es den direkten Errgernachweis (Nachweis von Virusmaterial) und den indirekten Errgernachweis (Nachweis von Antikörpern). Sollte das Virus bei einem Tier nachgewiesen werden, erfolgt zukünftig eine Meldung an das zuständige Amt.

Erst wenn das Amt den Erregernachweis anweist, werden vom Amt die Kosten dafür übernommen. Alle besorgten oder neugierigen Tierbesitzer müssen den Test selbst bezahlen, wenn sie wissen wollen, ob ihr Tier infiziert ist.

Allerdings scheint es sehr unwahrscheilich zu sein, dass das Tier sich infiziert. In einem Veterinärlabor wurden bislang über 1300 Proben untersucht. Es gab bisher keinen einzigen positiven Befund, d.h. das Virus wurde nicht nachgewiesen.

Haben Sie Fragen zu dem Thema? Dann sprechen Sie uns an!

Weitere Informationen gibt es u.a. hier:

https://www.zdf.de/nachrichten/drehscheibe/drehscheibe-vom-2-juli-2020-100.html

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Die Zeitperiode vom 01. April bis 15 Juli wird als Brut- und Setzzeit bezeichnet. In dieser Zeit bekommen viele Tiere ihren Nachwuchs. In dieser Zeit gilt für Hunde Leinenpflicht.

Rehe legen ihre Kitze ins hohe Gras. Da die Kitze annährend geruchlos sind, werden sie auch von Hunden nicht wahrgenommen. Werden sie allerdings angefasst oder weggebracht, verlieren sie diese „Neutralität“ und werden von der Mutter nicht mehr angenommen. Die Rehmutter ist nicht konstant bei ihren Jungtieren. Sie würde sonst potentielle Fressfeinde direkt zu ihrem hilflosen Nachwuchs führen. Das hat zur Folge, dass häufig Kitze ohne die Mutter „gefunden“ werden. Aber die „Rettung“ dieser Kitze wird ihnen oft zum Verhängnis, denn die mutterlose Aufzucht ist nicht ganz einfach.

Wenn Sie ein Rehkitz finden und sich nicht sicher sind, ob es Hilfe braucht, fassen Sie es bitte nicht an, sondern informieren den zuständigen Jagdpächter. Dieser ist geschult und kann die Lage besser einschätzen und hat im Falle einer Notlage sogar die Pflicht, sich um das Kitz zu kümmern. Die Polizei hat die Nummern der zuständigen Personen.

Ein größeres Problem stellt die Mahd dar. Wenn das Gras hoch steht, sind Rehkitze nicht zu sehen. Der Wieseninhaber möchte natürlich ernten. Verantwortungsvolle Flächenbesitzer gehen vor der Mahd mit dem hiesigen Jäger die Wiesen ab und suchen nach Kitzen. Mit ein paar Tricks können die Muttertiere dazu gebracht werden, ihre Jungtiere von der Wiese zu führen. Auch eine Kontrolle der Wiese mit Drohnen und Wärmebildkameras kann helfen, Unfälle zu vermeiden.

Denn wenn Gefahr droht, laufen Rehkitze nicht weg, sondern ducken sich noch tiefer ins Gras. Dieses Verhalten wird ihnen oft zum Verhängsnis und nicht selten werden sie vom Mähwerk oder vom Heuwender verletzt. Abgetrennte Gliedmaßen und Kieferbrüche führen zu einem elendigem Zugrundegehen der Tiere. Auch wenn sie noch zum Tierarzt gebracht werden, so ist die chirurgische Versorgung der Wildtiere nicht immer vom Erfolg gekrönt.

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Auch für den erfahrenen Hundehalter ist das komisch: Gestern ging es dem Hund gut, alles war unauffällig und heute kann der geliebte Hund nicht mehr aufstehen.

Bei der klinischen Untersuchung fallen blasse Schleimhäute, ein reduziertes Allgemeinbefinden und vielleicht ein angespannter Bauch, der vielleicht Flüssigkeit enthält, auf. Bei der weiteren Diagnostik wird eine Anämie, also zuwenig rote Blutkörperchen, festgestellt. In der Bildgebung sieht man auf dem Röntgenbild entweder keine Bauchorgane. Dies kommt vor, wenn Flüssigkeit im Bauchraum ist. Möglicherweise sieht man aber auch eine Umfangsvermehrung. Der Ultraschall hilft die Umfangsvermehrung näher zu klassifizieren oder die vermutete Flüssigkeit zu bestätigen.

Nachdem die Verdachtsdiagnose gestellt wurde, bleibt die Frage was nun zu tun ist. Natürlich muss zuallerst der Hund kreislauftechnisch stabilisiert werden. Milztumore sind langezeit unerkannt. Die Tumore entstehen aus den Zellen der Blutgefäße und neigen dazu zu reißen. Damit kommt es zu Blutungen in die Bauchhöhle. Aus diesem Grund wird eine Infusion nur kurzfristig dem Hund helfen.

Um den Hund zu retten, bleibt also nur eine Operation. In der OP wird die blutende Milz entfernt. Diese Operation ist durchaus anspruchsvoll und damit auch mit Kosten verbunden.

Ein Milztumor ist meistens bösartig und hat zum Zeitpukt der Diagnose meistens schon gestreut. Mit einer Operation beträgt die mittlere Überlebenszeit ca. 6 Wochen. Viele Besitzer scheuen die Operationen und stellen nicht unberechtigt die Frage, ob es dann nicht besser wäre, den Hund zu euthanasieren und ihm nicht noch die Leiden einer Op und der Reconvaleszenz aufzubürden.

Allerdings ist ein Milzhämatom – also ein Bluterguß oder ein Milzriß – in den Symptomen identisch. Allerdings ist die Prognose komplett anders. Ein Milzhämatom wird mit einer Operation komplett geheilt. Leider kann man ein Milzhämatom nicht von einem Milztumor weder in der Diagnostik noch in der Operation voneinander zu unterscheiden. Erst wenn die entnommene Milz in die Pathologie gesendet wird, kommt die entscheidene Diagnose.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man sich als Besitzer genau über die Möglichkeiten und Prognosen aufklären lässt, ehe man sich für eine Euthanasie entscheidet.

Dieses Bild zeigt eine massive Blutung mit Ruptur der Milz. Alles sprach für einen Milztumor. Die Besitzer stimmten trotzdem einer Operation zu. Nach der Operation wurde die Diagnose eines Milzhämatoms gestellt. Dem Patient geht es gut.

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Nachdem bei einem Tiger in den USA Corona-Viren nachgewiesen wurde, macht sich bei vielen Tierhaltern Verunsicherung breit. Kann man Tiere infizieren? Oder kann man sich von Tieren infizieren?

Dazu sollte man erstmal wissen, dass Coronaviren grundsätzlich nichts Neues sind. Viren kommen überall vor. Coronaviren gehören zu den RNA-Viren und besitzen eine Hülle (besteht aus Fetten), auf der Fortsätze rundherum angeordnet sind. Damit sehen sie unter dem Elektronenmikroskop aus, als ob sie einen Strahlenkranz um sich herum haben. Coronaviren gibt es bei verschiedenen Spezies. In dem Moment, in dem ein Virus mutiert, kann es auch andere Tierarten befallen. Um eine Symptomatik hervorzurufen, muss das Virus in den Körper eindringen. Dazu muss es an Zellen andocken. Das kann man sich als Schlüssel-Schloss-Prinzip vorstellen. Die Zellen haben Rezeptoren (Schloss), an denen das Virus (Schlüssel) andockt. Die Rezeptoren unterscheiden sich nach Tierarten. Deshalb erklärt es sich, warum einige Spezies besonders betroffen sind und andere nicht.

Bei der aktuellen Coronaproblematik konnten Forscher experimentell Katzen und Frettchen infizieren. Diese haben starke Ähnlichkeiten bei den Rezeptoren in den Atemwegen. Um zu erkranken, muss eine gewisse Virusmenge aufgenommen werden. Um andere Individuen anzustecken, muss eine gewisse Menge an Virus abgegeben werden. Es ist noch vollkommen unklar, um welche Mengen es sich handelt. Auch weiß man nicht, ob die Katze ausreichend Virus ausscheidet, um andere Katzen oder andere Säugetiere zu infizieren. Hunde scheinen nicht infizierbar zu sein.

Die Wirtstreue der Coronaviren zeigt ein Beispiel: 80-90 % der Katzenpopulation sind Coronavirus-positiv. Dabei handelt es sich aber NICHT um das aktuell gefürchtete Virus, sondern um eine speziell katzenassoziiertes Variante. Diese verursacht milde Magen-Darm-Symptome und kann bei einer Mutation eine FIP (infektiöse Bauchfellentzündung) auslösen. Diese Erkrankung kann nicht auf den Menschen oder andere Tiere übertragen werden. Wenn man bei anderen Virusfamilien schaut, gibt es weitere Beispiele. So gibt es bei Hunden, Katzen, Pferden, Rinder und auch Menschen Erkrankungen, die durch Herpesviren verursacht werden. Bei jeder Tierart rufen diese Viren andere Erkrankungen hervor (Abort beim Rind, Katzenschnupfenkomplex, Lippenherpes beim Menschen) und wechseln nicht zwischen den Tierarten.

Bei der Frage, inwieweit nun Gefahr von oder für unsere Fellnasen ausgeht, sollte man die allgemeinen Hygienemaßnahmen heranziehen. Bei einem behüllten Virus ist es relativ einfach, die Hülle zu zerstören und damit das Virus zu inaktivieren. Um das zu erreichen, reicht richtiges Händewaschen: Mit Seife die gesamte Hand, Handgelenke, Zwischenfingerbereiche mehrfach einseifen und abspülen. Auch das Eincremen der Hände schützt vor Infektionen, denn die gesunde Haut bildet eine Hautbarriere, die Viren und andere Erreger nicht durchdringen können. Natürlich sollte man auch im Umgang mit seinem Tier die Hygiene nicht vernachlässigen. Vor dem Essen ist das Händewaschen obligat. Ebenfalls sollte man sich nicht durch das Gesicht lecken lassen. Das schützt nicht nur vor Corona sondern auch vor anderen Parasiten.

In einem Haushalt, in dem erkrankten Personen wohnen, muss man nicht Kopf an Köpfchen schmusen. Sollte im besagtem Haushalt die Katze Symptome zeigen, wäre eine Testung (Anweisung Gesundheitsamt und Veterinärmt) möglich. Im Hinblick auf die ohnehin stark gefragten Labore und Tests sollte dies aber nur im Notfall in Erwägung gezogen werden.

Interessante Informationen zum allgemeinen Umgang gibt es auf der Seite des Robert-Koch-Institut (RKI).

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Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen (Autor unbekannt).

Wenn aber die Augen verklebt und eitrig sind, geht das leider nicht. Gerade in den nassen Jahreszeiten tritt der Katzenschnupfen vermehrt auf. Es ist eine ansteckende Erkrankung der Atemwege und Schleimhäute. Die Erreger sind verschiedene Bakterien und Viren. Grundsätzlich können alle Katzen daran erkranken, jedoch sind junge, alte und immungeschwächte Katzen stärker bedroht. Wenn eine Ansteckung erfolgt ist, dauert es nur wenige Tage bis die ersten Symptome auftreten. Häufig beginnt es mit Augenausfluss, der zuerst wässrig und später eitrig ist. Niesen und Nasenausfluss gesellen sich dazu. Bei schweren Infektionen leiden die Katzen unter Fieber, Lungenentzündungen, Hornhautdefekten oder Geschwüren im Maulbereich. Bei einer chronischen oder schweren Infektion können Spätschäden bleiben, z.B. eine trübe Hornhaut oder eingeschränkte Atmung.

Umso wichtiger ist eine schnelle Behandlung. Die Diagnose kann häufig durch das klinische Bild gestellt werden. Aber auch Abstriche können beim Virusnachweis helfen. Weiterhin kann eine bakteriologische Untersuchung und die Erstellung eines Antibiogramms (welches Antibiotikum wirkt bei dem Errger?) sinnvoll sein.

Prophylaktisch wird die Impfung empfpohlen. Katzenwelpen werden 2 mal im Abstand von 4 Wochen geimpft. Danach erfolgt die regelmäßige Auffrischung des Impfstatus.

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Mit der Veröffentlichung gilt die geänderte Gebührenordnung für Tierärzte. Die Änderungen betreffen v.a. den Notdienst. Hintergrund ist, dass es immer schwieriger wird, den tierärztlichen Notdienst anzubieten. Auch decken die Einnahmen durch den Notdienst nicht die Ausgaben, die die Bereitstellung des Notdienstes nach sich ziehen (z.B. höhere Lohnvergütung von Angestellten am Wochenende etc.). Deshalb wurden einige Änderungen durchgesetzt.

Der tierärztliche Notdienst beginnt jetzt in der Woche ab 18 Uhr und dauert bis 8 Uhr des Folgetages. Das Wochenende beginnt jetzt ab Freitag 18 Uhr. Auch der Feiertag beginnt um Null Uhr und endet um 24 Uhr. Davon ausgenommen sind die regulären Sprechzeiten. Also für unsere Montagabend- und Samstagsprechstunde gilt die Notdienstregelung selbstverständlich nicht.

Im Notdienst wird für jeden Besuch, unabhängig wie schwerwiegend er ist, eine Notdienstgebühr von 50 € erhoben. Im Notdienst muss mindestens der 2fache Gebührensatz abgerechnet werden. Erlaubt ist eine Steigerung bis zum 4fachen Satz.

Das Wegegeld erhöht sich im Notdienst auf 3,50€ je Doppelkilometer. Mindestens muss jedoch 13,00 € erhoben werden.

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Seid August ist sie für alle, die Hunde haben, ein Begriff: die Norwegische Hundekrankheit. Aber was steckt hinter diesem Begriff? Im Sommer dieses Jahres sind in Norwegen einige Hunde an einem akuten blutigem Durchfallgeschehen erkrankt und auch manche verendet. Obwohl einige Tiere in die Pathologie kamen, konnte man sich diese Erkrankung nicht erklären. Bei einigen Hunden wurden zwei Bakterien gefunden. Diese Bakterien kommen überall in der Umgebung und auch im Darm gesunder Tiere vor. Von einer Ansteckung unter den Tieren wird momentan nicht ausgegangen. Seit einigen Wochen gibt es keine weiteren Meldungen von weiteren Fällen aus Norwegen.

Vor einigen Tagen gab es bei uns in der Praxis drei Todesfälle, die sich im Krankheitsverlauf ähnelten. Allen Tieren ging es sehr plötzlich sehr schlecht. Sie fraßen nicht mehr, hatten wässrigen Durchfall und ein schlechtes Allgemeinbefinden. Trotz intensiver Behandlungen verstarben die Tiere. In der Kotprobe eines Hundes wurde der gleiche Keim gefunden, von dem in Norwegen berichtet wurde.

Nach Bekanntwerden dieses Umstandes sind viele Hundebsitzer sehr besorgt. Nach wie vor ist nicht von einer Ansteckung unter den Hunden auszugehen. In Norwegen gab es Mehrhundehaushalte, in denen nur ein Hund erkrankte. Die bei uns erkrankten Hunde hatten alle eine Vorerkrankung, die das Immunsystem schwächte.

Normalerweise ist Durchfall eine Reinigungsfunktion des Körpers. Schädliche Keime sollen schnell den Organismus verlassen. Aus diesem Grund stoppt man auch nicht sofort den Durchfall. Häufig ist er selbstlimitierend. Das heißt, dass der Durchfall von alleine aufhört, wenn die schädlichen Stoffe weg sind. Deshalb ist auch die sofortige Gabe eines Antibiotikums nicht sinnvoll. Bei immungeschwächten Tieren empfiehlt sich daher eine bakteriologische Untersuchung des Durchfalls. So können schädliche Keime festgestellt und die Darmflora beurteilt werden. Außerdem wird dabei ein Antibiogramm erstellt. Dieses zeigt auf welche Wirkstoffe die Erreger noch ragieren.

Die Laboruntersuchung dauert einige wenige Tage. Gerade bei geschwächten Tieren oder bei sehr besorgten Besitzern empfiehlt sich eine Untersuchung. Im Zweifel können Sie gerne eine Kotprobe schon mit Ihrem Liebling in die Praxis bringen und wir entscheiden dann gemeinsam, wie es weiter geht.

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Eine der häufigsten durchgeführten Tätigkeiten in der tierärztlichen Praxis ist die Impfung. Es gibt verschiedene Meinungen zu der Häufigkeit und Abständen. Dies soll aber nicht Thema des Artikels sein.

Die durchgeführte Impfung wird im Impfausweis dokumentiert. Es gibt zwei Arten zu unterscheiden. Der blaue EU-Ausweis und sämtliche anderen. Für Tiere, die nicht ins Ausland reisen oder nach Deutschland einreisen wollen, ist die Wahl unerheblich. Ansonsten ist der blaue Ausweis Pflicht. Der EU-Ausweis hat eine eigene, individuelle Nummer. Diese steht meistens unten auf den Seiten. Sie beginnt mit der Länderkennung (z.B. DE für Deutschland) und einer jeweils individuellen Nummernkombination. Um einen blauen Ausweis zu erhalten, muss das Tier zweifelsfrei identifizierbar sein. Dies kann über eine Tätowierung (vor 03.07.2011 aufgebracht) oder einen Mikrochip erfolgen.

Im Ausweis selbst sind die Daten des Tierhalters mit Unterschrift, die Daten des Chips (alternativ der Tätowierung), des ausstellenden Tierarztes und des Tieres sowie die Daten der Impfung zu vermerken. Natürlich kann auch ein Ausweis ausgestellt werden, ohne das parallel geimpft wird. Die Impfung kann auch später erfolgen.

Um einen Ausweis ausstellen und abgeben zu dürfen, muss der Tierarzt die Erlaubnis der übergeordneten Behörde erhalten. Diese Erlaubnis kann bei Verstößen gegen die Regeln widerrufen werden.

Eine Blankoabgabe eines Ausweises, also ohne Eintragung der entsprechenden Daten, ist nicht zulässig. In der Konsequenz daraus, ist der Tierarzt verpflichtet, die Identität des Tieres vor Eintragung einer Impfung zu überprüfen (z.B. Chipablesen). Diese Tätigkeit wird nach Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet. Die Etiketten der Impfung und des Chips müssen vor einer Manipulation geschützt werden und sind mit einer selbstklebenden Folie zu laminieren.

Der Impfausweis ist eine Urkunde bzw. Dokument. Wenn dort falsche Daten eingetragen bzw. nicht überprüft werden kann man sich der Urkundenfäschung starfbar machen. Ebenso kann den Tierärzten die Ausstellungserlaubnis entzogen werden.

In der Praxis haben wir ab und zu die Diskussion, dass manche Patientenbesitzer (häufig Züchter und Hobbyzüchter) keinen Namen eingetragen haben möchten. Ebenfalls gibt es vereinzelt Menschen, die nicht einsehen, dass die Identität des Tieres überprüft werden muss. Den gesetzlichen Vorgaben nach, ist es unsere Pflicht, dass Tier zweifelsfrei zu identifizieren und den Ausweis vollständig ausgefüllt abzugeben.

Sollten Sie Fragen zu Impfungen, Ausweisen oder zum Chippen haben, sprechen Sie uns gerne an!

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Wenn ein Mensch krank wird, geht dieser zum Arzt und bekommt ggf. ein Rezept. Mit diesem Rezept geht es dann zur Apotheke und er bekommt sein Medikament.

Ein Tierarzt stellt je nach Bedarf auch Rezepte aus, die dann in einer Apotheke eingelöst werden können. In den überwiegenden Fällen gibt es aber gleich die entsprechenden Medikamente mit.

Dies ist möglich, weil der Tierarzt eine eigene Hausapotheke betreibt. Er unterliegt damit strengen Gesetzen, z.B. dem Arzneimittelgesetz (AMG, gilt auch für Apotheken) oder der TÄHAV (Verordnung über tierärztliche Hausapotheken). In diesen Gesetzen sind Vorgaben zur Herstellung, Bezug, Abgabe und Lagerung von Arzneimitteln festgelegt.

Mindestens alle zwei Jahre erfolgt eine Apothekenkontrolle. Diese Kontrolle erfolgt durch Mitarbeiter des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. Es wird geschaut, ob die Temperaturen in den entsprechenden Räumen eingehalten werden, ob der Kühlschrank richtig funktioniert, ob die Medikamente sicher verwahrt werden, ob die Kennzeichnung ordnungsgemäß ist, ob die Hygienestandarts eingehalten werden uvm.

In dem Moment, in dem ein Medikament die Praxis verlässt, hat der Tierarzt keine Kontrolle mehr darüber. Man weiß also nicht, ob es vielleicht zwei Tage im überhitzen Auto gelegen hat. Manche Medikamente sind lichtempfindlich. Man weiß nicht, ob es mehrere Stunden ohne Umverpackung am Fenster gelegen hat. Manche Leute stellen auch grundsätzlich alle Medikamente in den Kühlschrank. Aber auch diese Temperaturen sind nicht für alle Arzneien optimal.

Aus diesem Grund ist es in der Tierarztpraxis nicht möglich, Medikamente umzutauschen oder das Geld rückzuerstatten. Man kann die Wirksamkeit nicht garantieren und es ist den Gesetzen nach auch verboten.

Wenn wir ehrlich sind, möchten wir in der Apotheke auch die originalen Tabletten bekommen und nicht welche, die vor zwei Tagen zurück gebracht wurden.

Natürlich ist es schade, wenn Medikamente nicht (mehr) benötigt werden, diese zu entsorgen. Wir haben einige Kontakte zu verschiedenen Tierschutzorganisationen, die auch für abgelaufene oder retour gekommene Medikamente Anwendung finden. Deshalb können Sie diese gerne in die Praxis bringen. Bitte haben Sie aber Verständnis, dass wir Ihnen den Kaufpreis nicht erstatten können.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Dann sprechen Sie uns an!

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Praktizierter Tierschutz ist ein Dauerbrenner. Unsere Tierhaltung im Heimtierbereich hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt. Das sieht man an den steigenden Umsätzen der Futterhäuser oder im Zubehörbedarf für Hunde und Katzen. In anderen Ländern (z.B. Spanien, Italien, Griechenland, Rumänien) haben die Haustiere nicht so einen hohen Stellenwert wie hier in Deutschland. Das mag zum einen an den eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Bewohner liegen, aber vielleicht auch an der anderen Mentalität. Die Tierheime (und manchmal auch Tötungsstationen) sind häufig überfüllt und wer je vor Ort war, wird verstehen, dass man sich über jeden Hund freut, der die Lokalität verlassen kann.

Die einreisenden Hunde sind meistens sehr dankbar, haben aber oft verschiedene „Baustellen“. Dieser sollte man sich vor der Einreise bewusst machen. Häufig sind die Tiere ängstlich, weil mit ihnen nicht zimperlich umgegangen wurde oder weil sie vieles nicht kennen. Manche erleiden einen „Kulturschock“- ein anderes Klima, neue Leute, ständig an der Leine (wo er oder sie vielleicht früher ein Streuner war), neue Futtermittel etc.

Aber auch gesundheitlich gibt es einiges zu beachten. In den wärmeren Ländern sind andere Krankheiten „heimisch“ als in Deutschland. Allerdings „wandern“ einige Krankheiten bereits ein.

Typische Reisekrankheiten sind Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Dirofilariose, Infektion mit Hepatozoon canis, Anaplasmose. Nicht immer sind die einreisenden Tiere klinisch krank. Manchmal kann die Krankheit Monate oder Jahre später ausbrechen. Es empfiehlt sich,eingereiste Tiere auf die Krankheiten zu untersuchen. Häufig bringen die neuen Mitbewohner Untersuchungsbefunde aus ihrer alten Heimat mit. Diese eignen sich jedoch nur bedingt dazu, um den Infektionsstatus des Patienten zu bestimmen. Es wird in der Diagnostik sowohl nach Antikörper (indirekter Erregernachweis) als auch nach dem Errger direkt gesucht. Da das Immunsystem eine gewisse Zeit (bis zu 6 Monate) braucht um Antikörper zum Schutz des Tieres zu bilden. Weil es nicht bekannt ist, wann sich ein Tier möglicherweise infiziert hat, kann eine Blutprobe fälschlicherweise noch negativ sein. Oder ein Tier wurde in der alten Heimat negativ getest und infiziert sich ein paar Tage später. Aus diesem Grund ist es sinnvoll das Tier nachzutesten. Es empfiehlt sich dafür 6 Monate nach der Einreise nach Deutschland die Blutprobe zu ziehen. Ergeben sich dann Befunde kann früh und umfassend reagiert werden. Nicht alle Reisekrankheiten sind heilbar. Aber die meisten sind gut zu managen, wenn man von ihnen Kenntnis hat.

Deshalb sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie einen ausländischen Mitbewohner haben. Wir erklären Ihnen gerne,welche Risiken für ihn bestehen und was wir für Sie beide tun können!


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