Gerade in diesen heißen Sommermonaten fällt es auf, dass wenige Mücken, aber um so mehr Fliegen durch die Gegend schwirren. Fliegen haben eine Optimaltemperatur zwischen 20 und 25 °C. Im Abstand von drei bis vier Tagen legen die Weibchen in den Sommermonaten zwischen 150 und 400 Eier ab. Aus diesen schlüpfen nach ca. 24 Stunden die Maden. Bei sehr hohen Temperaturen kann das Schlüpfen auch schneller gehen. Die Eier werden auf eiweißhaltigem Substrat abgelegt. Fliegen werden durch Gerüche angelockt, die beim Abbau von eiweißhaltigem Substrat entstehen. Deshalb sind sie oft auf verdorbenen Lebensmitteln, gammligem Fleisch, Kot oder ähnlichem zu finden.

Leider werden auch unsere Haustiere nicht vom Fliegenbefall verschont. Fliegen stören das Wohlbefinden durch das ständige Umschwirren. Außerdem übertragen sie Krankheiten, wenn sie sich zum Beispiel am Augen in der Tränenflüssigkeit von Rindern oder Pferden aufhalten. Ein weitaus größeres Problem stellen Fliegen aber an Wunden dar. Nässende Hautentzündungen, andere Wunden oder von Durchfall verklebtes Fell stellen für Fliegen einen beliebten Eiablageplatz dar. Innerhalb eines Tages können dann Maden aus den Eiern schlüpfen. Diese bohren sich dann in und unter die Haut, sie verkriechen sich auch in Hautfalten oder in die Körperöffnung der Anogenitalregion. Durch die Bewegungen der Maden kommt es zu einem Juckreiz, manchmal jucken sich die Tiere blutig, d.h. sie haben dort offene Wunden. Außerdem kann es zu Hautnekrosen (d.h. die Haut stirbt ab) kommen sowie zu großflächiger Hautablösung. An solchen Stellen sammeln sich Bakterien und es kommt zu einer eitrigen und manchmal auch fiebrigen Entzündung.

Ein Befall mit Maden muß sofort behandelt werden. Die sichtbaren Maden müssen umgehend abgesammelt werden und das Tier mit einem Medikament behandelt werden, das die eventuell nicht sichtbaren, verbliebenen Maden zuverlässig abtötet. Anschließend werden die Wunden gereinigt. Verklebtes Fell muss großflächig geschoren werden. Bei einer zusätzlichen bakterielle Entzündung benötigt das Tier ein Antibiotikum. Meistens müssen die entstandenen Wunden mehrere Tage professionell versorgt und gereinigt werden. Häufig lösen sich einige Tage nach dem Befall verschiedene Hautpartien und eine große Wunde wird sichtbar. Auch diese muss versorgt und gereinigt werden. Ist die Wunde sauber, kann man unter bestimmten Umständen versuchen, chirurgisch die Wunde zu verkleinern. Das Wichtigste ist allerdings, einen erneuten Fliegenbefall zu verhindern. Am einfachsten erreicht man dies, wenn das Tier nur noch in der Wohnung gehalten und die Räume mit Fliegengittern gesichert werden.

Gerade langhaarige Tiere oder Tiere mit Vorerkrankungen (stark geschwächte, sehr junge oder alte Tiere, Durchfall, Inkontinenz, offene Wunden) sind gefährdet. Am häufigsten sind Kaninchen betroffen, aber auch bei Perserkatzen, Katzenwelpen oder Hunden konnten wir in der Praxis schon Fliegenbefall beobachten (und beheben).

Seien Sie wachsam und kontrollieren Sie mindestens einmal täglich den Körper ihres Tieres. Achten Sie auch bei der Fütterung, ob das Dosen- oder Frischfutter schon mit Fliegeneiern verunreinigt ist.

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