Häufig kollidieren die Vorstellungen von dem Traumberuf mit der Realität. Um das zu vermeiden, sollte man sich informieren. Dazu gibt es Infos im Internet, beim Arbeitsamt und – sehr wichtig- Praktika. Je nachdem was man sich von einem Praktikum verspricht und was man von dem Beruf weiß, variiert die empfohlene Dauer. Um einen Betrieb kennen zu lernen, reicht meistens eine Woche nicht aus. In der Zeit erlebt man, wie die Menschen in der Praxis arbeiten, welche Arbeitsabläufe wann und wie erfolgen und wo die benötigten Materialien liegen. Ab der zweiten Woche ist dann ein Mitarbeiten einfacher.

Praktikanten brauchen Zeit: Sie müssen kontinuierlich betreut werden, da eine Praxis relativ viel Gefahrenpotenzial bietet. Es können von verschiedenen Medikamenten, Spritzen, anderes scharfes Instrumentarium, Chemikalien oder auch von unwilligen Katzen oder Hunden Gefahren ausgehen. Weiterhin brauchen Praktikanten Anleitungen, Hilfestellungen und auch Nachbetreuung.

Der Praxisalltag ist manchmal schlecht zu planen: Es können Notfälle dazwischen kommen und man weiß nie, ob die veranschlagte Sprechzeit ausreicht, um alle Patienten zu versorgen. Bei uns ist Feierabend, wenn alle Patienten gut versorgt sind. Als Praktikant wäre es sinnvoll, diesen Arbeitsalltag mitzumachen- einfach um herauszufinden, ob man mit so einem unregelmäßigen Tagesablauf klar kommt.

Auch die anfallenden Tätigkeiten variieren- zum einen je nach Behandlungsfall, aber auch abhängig von den Fähigkeiten des Praktikanten. Wenn jemand selbständig, verantwortungsbewußt sowie gründlich arbeitet, können auch weiterführende Aufgaben übertragen werden. Braucht jemand eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wird man keine weiterführenden Tätigkeiten (z.B. Versorgung von Stationspatienten) übertragen bekommen.

Entgegen der allgemeinen Erwartungen, sind die häufigsten Tätigkeiten mit Reinigungsarbeiten verbunden: Praxiswischen, Reinigung von Instrumentarium nach einer Operation, Reinigung der Tische, Reinigung von Futternäpfen, Reinigung von Stationsboxen oder Transportboxen etc. Die Praxis beeinhaltet die Praxisräume, allerdings auch die Personalräume (Personalküche und -bad und ein Ruheraum). In unserem Ruheraum residiert unsere Praxiskatze, die ebenfalls versorgt und gepflegt werden möchte.

Mit diesen Tätigkeiten muss man umgehen können und sollte auch daran Spass haben. Wenn man das nicht mag, sollte man sich schon überlegen, ob diese Stelle die richtige ist. Natürlich gehört auch die Assistenz in der Sprechstunde oder beim Röntgen dazu- allerdings nimmt dieser Part maximal ein Drittel der Zeit ein.

Während Schulpraktikanten überwiegend von den TFAs betreut und angeleitet werden, sowie diese auch in ihren Tätigkeiten unterstützen, werden Praktikanten aus dem Tiermedizinstudium vom Tierarzt betreut und erleben diesen Arbeitstag mit: d.h. sie assistieren in der Sprechstunde und beim Röntgen sowie bei OPs und kommen mit zu Hausbesuchen.

Ich halte es für wichtig jungen Menschen Einblicke in den Beruf zu ermöglichen. Da mit einem Praktikum aber viel Zeit und Aufwand von uns verbunden ist und wir Lebewesen betreuen, wünsche ich mir Praktikanten, die wirklich Interesse am Beruf als auch den Patienten haben und nicht nur ihre Zeit absitzen müssen.

Bewerbungen können schriftlich oder per email erfolgen.

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