Viele Erkrankungen und damit verbundene Leiden sind vermeidbar. Durch gute Pflege, artgerechte Haltung, tierspezifische Fütterung und präventive tiermedizinische Versorgung können Sie Ihrem Liebling ein langes und gesundes Leben ermöglichen.
Ein Mal im Jahr sollten Sie Ihr Haustier in der Tierarztpraxis vorstellen. Üblicherweise findet das im Rahmen mit der Schutzimpfung statt. Dabei wird Ihr Tier aber nicht nur geimpft, sondern auch gründlich untersucht, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hierzu zählen z.B. unbemerkte Ohrenentzündungen, Zahnerkrankungen, Kreislaufprobleme, Gelenkserkrankungen u.v.m.
Auch das Gewicht Ihres Tieres sollte regelmäßig kontrolliert werden, da Übergewicht zu vielen Folgeerkrankungen führt.

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Eine Impfung ist die Verabreichung abgetöteter oder stark abgeschwächter Krankheitserreger. Dadurch kann der Körper Antikörper bilden. Findet nun ein Kontakt mit dem Erreger statt, ist das Tier optimal vorbereitet und kann im Idealfall die Infektion abwehren.

Generell unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Immunisierung. Bei der passiven Immunisierung werden Immunseren verabreicht, die schon Antikörper in hoher Zahl enthalten. Diese Seren sind teuer und müssen rechtzeitig verabreicht werden. Außerdem gibt es nicht für alle Erreger solche Seren.

Die aktive Immunisierung zielt darauf ab, dass der Körper selbst Antikörper produziert. Dies dauert bis zu 4 Wochen und meist sind Wiederholungsimpfungen nötig. Das Tier muss zum Zeitpunkt der Impfung gesund sein. Dies schließt auch einen eventuellen Parasitenbefall mit ein. Idealerweise entwurmen Sie Ihr Tier 10-14 Tage vor der Impfung.

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Hunde werden meist als vollwertige Familienmitglieder angesehen und genießen unterschiedlichen Standard in Ihrem „Rudel“, ob als Wach -, Schutz -, oder Hofhund. Nur ein gesundes Tier kann diese Aufgaben erfüllen.

Ein Wohnungshund, der vielleicht sogar mit ins Bett darf und Kontakt zu Kindern hat, sollte erst recht frei von ansteckenden Krankheiten sein. Ist Ihr Hund neu in der Familie (egal ob noch Welpe oder bereits ausgewachsen), stellen Sie ihn in der Tierarztpraxis zur Grunduntersuchung vor. Dort erhalten Sie auch Tipps zur Erziehung, Haltung, Fütterung und natürlich zur Gesundheitsvorsorge.

Hierzu zählen sowohl Entwurmungen, Floh- und Zeckenschutzpräparate als auch die Impfungen gegen Infektionskrankheiten. Die wichtigsten Hundeerkrankungen, gegen die geimpft werden kann,  sind Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa, Leptospirose, Zwingerhusten und Tollwut. Dagegen kann mit einer Mischspritze geimpft werden: mit einer einzigen Spritze ist Ihr Hund 6fach geschützt.

Jährliche Tierarztbesuche sind nicht nur im Rahmen der Impfung notwendig. Eine gründliche allgemeine Untersuchung sollte ein Mal im Jahr statt finden. Hat Ihr Hund z.B. Zahnstein angesetzt, ist das kein reines Problem der Maulhöhle. Die Keime unter dem festen Zahnbelag werden durch kleine Verletzungen in der Schleimhaut zu den inneren Organen transportiert. Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen können die Folge sein. Bei der jährlichen Untersuchung werden solche Probleme angesprochen und nach Terminvereinbarung beseitigt. Auch Herz-, Gelenk- oder Tumorerkrankungen können so rechtzeitig bemerkt und therapiert werden.

Die Impfungen Ihres Hundes
Hunde sollten gegen unbedingt gegen

  • Parvovirose,
  • HCC,
  • Leptospirose,
  • Staupe und
  • Tollwut

(die sog. Kernkomponenten) geimpft werden. Abhängig von den Lebensumständen sind weiter Impfungen zu empfehlen:

  • Zwingerhusten,
  • Borreliose und
  • (bei Zuchthündinnen) Herpes

Der Parvovirose-Erreger kann Hunde und Katzen infizieren und wechselseitig übertragen werden.  Die Ausscheidung des Virus erfolgt v.a. mit dem Kot infizierter Tiere. Die Übertragung erfolgt aber auch direkt über infizierte Gegenstände, dies können auch z.B. auch Schuhe sein. Symptome sind Erbrechen und Durchfall (häufig auch blutig), hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Durch die Schädigung des Immunsystems kann es zur Blutvergiftung und zum plötzlichen Tod der Tiere kommen.

Die Grundimmunisierung sollte in der 8. Woche erfolgen und in der 12. Woche wiederholt werden. Danach erfolgt die Auffrischung nach einem Jahr.  Bei Tieren, die einem erhöhtem Risiko ausgesetzt sind, erfolgt die Grundimmunisierung in der 6. , 8. und 12. Woche.

Hepatitis contagiosa canis(HCC) wird direkt und indirekt übertragen. Ausgeschieden werden die Viren über Kot und Urin. Sie führen zu einer Schädigung der Leberzellen, Immunzellen sowie von Nieren und Gefäßen. Die Folgen sind Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen und eine lebenslange Leberschädigungen, manchmal auch Gehirnentzündungen (v.a. bei Hunden aus Osteuropa).
Die Erstimpfung sollte in der 8. Woche erfolgen und in der 12.  Woche wiederholt werden. Danach erfolgt die Impfung jährlich.

Bei der Leptospirose handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die weltweit auftritt. Der Erreger überlebt v.a. in ruhendem oder langsam fließendem Wasser (Gartenteich). Die Übertragung erfolgt direkt über Bisse, Belecken, Aufnahme erregerhaltigem Fleisch oder Wasser, Bisse von Nagetieren etc. Der Erreger kann z.B Schleimhäute und kleine Verletzungen in der Haut aktiv durchdringen. Ist der Erreger einmal im Körper, gelangt er ins Blut und von dort in viele Organe. Zuerst werden meist Leber und Niere befallen. Es kann neben den akuten Symptomen, wie Fieber, Steifheit, Schwäche und Durchfall auch zu chronischen Leber- und Nierenschäden kommen. Die Krankheit kann je nach Abwehrlage des Tieres auch tödlich enden.

Generell können alle Hunde erkranken, besonders betroffen sind aber v.a junge Hunde unter 6 Monaten. Zu beachten ist, dass Leptospirose auch für Menschen ansteckend ist! Da die Erreger aus der Wildtierpopulation nicht zu eliminieren sind, wird eine Impfung empfohlen. Der Impfstoff schützt jedoch nicht vor allen Leptospirenarten.

Zur Grundimmunisierung sind 2 Impfungen im Abstand von 2 – 4 Wochen erforderlich. Die Impfung muss nach einem Jahr wiederholt werden.
Hunde in besonders betroffenen Gebieten (Feuchtgebiete, Seen etc) sollten eventuell alle 6 Monate geimpft werden.

Der  Staupe-Erreger kann nur direkt von Hund zu Hund übertragen werden  (aber auch Marder, Füchse, Frettchen und Waschbär erkranken). Die Infektion erfolgt über die Maul- oder Nasenschleimhaut. Das Virus gelangt ins Blut und von dort in alle Organe. Je nach betroffenem Organsystem können ganz unterschiedliche Symptome auftreten wie z.B. Lungenentzündung, Durchfall oder Gehirnentzündung. Für viele Hunde endet die Erkrankung tödlich oder mit bleibenden neurologischen Schäden.
Die Grundimmunisierung sollte in der 8. Woche erfolgen und in der 12.Woche wiederholt werden. Danach erfolgt die jährliche Auffrischung.

Bei der  Tollwut handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch den Speichel infizierter Tiere, meist durch Bissverletzungen übertragen wird.
Tollwut kann so auch auf den Menschen übertragen werden. Weder beim Tier noch beim Menschen ist Tollwut therapierbar – nach Ausbruch endet sie immer tödlich! Bei Tollwut-Verdacht ist sofort der Amtstierarzt zu informieren. Er entscheidet dann über Quarantäne oder Tötung des betroffenen Tieres.

Die Erstimpfung sollte mit 12 Wochen erfolgen und ggf. nach 4 Wochen wiederholt werden. Die Auffrischungsimpfung sollte unbedingt ein Jahr später erfolgen.

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Die Anzahl der Katzenhalter steigt aus verschiedenen Gründen. Meist liegt es daran, dass sie bei Abwesenheit des Besitzers unkomplizierter zu versorgen sind. Die Haltung dagegen ist mindestens genauso anspruchsvoll wie die eines Hundes.

Katzen (egal ob männlich oder weiblich) sollten, wenn sie nicht zur Nachzucht eingesetzt werden, kastriert werden. So verhindert man das Elend der Straßenkatzen und schützt seinen Liebling gleichzeitig vor ansteckenden Krankheiten, die über den Geschlechtsakt oder bei Revierkämpfen (diese sind bei unkastrierten Tieren häufiger und intensiver) übertragen werden. Geschickte Mäusejäger sollten unbedingt regelmäßig entwurmt, Freigänger generell mit einem Floh- und Zeckenmittel vor lästigen Untermietern geschützt werden.
Die jährlichen Impfungen sind allerdings nicht nur für Freigänger sinnvoll. Auch reine Wohnungstiere sollten eine ihrer Haltungsform angepasste Impfung erhalten, da die Erreger vom Menschen mit der Kleidung und dem Schuhwerk in die vermeintlich sichere Wohnung mit eingeschleppt werden können.

Die Impfungen Ihrer Katze

Die Impfung iher Katze sollte unbedingt gegen

  • Katzenschnupfen
  • Katzenseuche
  • Tollwut (bei Freigängern)

erfolgen

Bei Katzenschnupfen handelt es sich um eine Komplexerkrankung, an deren Entstehung mehrere Erreger beteiligt sein können. Eine Übertragung kann durch direkten Kontakt oder über kontaminierte Futternäpfe, Spielsachen oder Menschen erfolgen. Alle diese Erreger verursachen Entzündungen des oberen Atmungstraktes und/oder der Augen. Dies kann sich weiter äußern durch ein gestörtes Allgemeinbefinden, Niesen, Bindehautentzündungen, Speicheln, Augen- und Nasenausfluss, kleine Verletzungen in der Schleimhaut, Hornhautentzündungen, Husten oder Lungenentzündung. Je nachdem mit welchem Erreger die Katze sich infiziert, können die Symptome mehr oder weniger ausgeprägt sein.
Sollten Sie oben genannte Anzeichen an Ihrer Katze bemerken, sollten Sie sie beim Tierarzt vorstellen.

Bei der Katzenseuche handelt es sich um eine hoch ansteckende, gefährliche Krankheit, die auch zu plötzlichen Todesfällen führen kann. Dies kann auch passieren, ohne dass das Tier vorher Symptome zeigt. Die Übertragung kann wieder direkt von Tier zu Tier, aber auch über infizierte Gegenstände erfolgen, zumal das Virus in der Außenwelt bis zu einem Jahr überleben kann. Erkrankte Katzen sind apathisch, haben hohes Fieber und verweigern das Futter, gefolgt von Erbrechen und heftigem Durchfall. Ursache für die hohe Sterblichkeitsrate sind der Flüssigkeitsmangel und der gestörte Elektrolythaushalt. Eine Therapie ist möglich, aber auch aufwendig, zeitintensiv und die erforderlichen Immunseren sind teuer.

Eine Impfung ist gegen beide Erkrankungen möglich.

Die Erstimpfung soll im Alter von 8 Wochen erfolgen. Die Auffrischungsimpfung erfolgt mit der 12.Woche.Weitere Auffrischungen sollten jährlich erfolgen.

Eine weitere Erkrankung, gegen die die Impfung Ihrer Katze ratsam ist, ist die Tollwut. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch den Speichel infizierter Tiere, meist durch Bissverletzungen übertragen wird.
Tollwut kann so auch auf den Menschen übertragen werden. Weder beim Tier noch beim Menschen ist Tollwut therapierbar – nach Ausbruch endet sie immer tödlich!

Katzen sind dabei viel empfänglicher als Hunde. In Deutschland gibt es derzeit nur vereinzelt Tollwutfälle bei Fledermäusen. Nach der sogenannten Tollwutverordnung entscheidet der Amtstierarzt das weitere Vorgehen, wenn ein Tollwutverdacht vorliegt: er kann Quarantäne oder die Tötung des Tieres anordnen.
Die Erstimpfung soll im Alter von 12 Wochen erfolgen, eventuell gefolgt von einer Wiederholung nach 3-4 Wochen. Unbedingt erforderlich ist eine 2. Impfung nach einem Jahr.
Für Auslandsreisen nach Skandinavien ist laut Einreisebedingungen eine Tollwutantikörperbestimmung erforderlich.

Außerdem ist die Impfung gegen das Feline Leukämievirus (FeLV) möglich. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich direkt von Tier zu Tier. Da der Virus im Speichel eines kranken Tieres enthalten ist, ist die gemeinsame Nutzung von Futternäpfen und Spielzeug für jedes gesunde Tier gefährlich. Der Virus gelangt meist über die Schleimhäute in das Blut und von dort ins Knochenmark. Dies bleibt oft völlig unbemerkt. Danach gibt es die Möglichkeit der Erregerelimination mit anschließender Immunität oder es kommt zur Virusausscheidung mit der Infektion anderer Katzen; dies kann kurzfristig aber auch lebenslang erfolgen. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Je nach Zustand des Immunsystems und der Lebensbedingungen kann es im ungünstigsten Fall zur Erkrankung kommen. Mögliche Folgen können sein: eine Immunsuppression mit daraus resultierenden häufigen Infekten, eine Insuffizienz des Knochenmarks (Blutarmut), Tumore des lymphatischen Systems oder des Knochenmarks, aber auch andere Tumore. Auch Veränderungen am Auge oder Fortpflanzungsstörungen können durch FeLV hervorgerufen werden.
Katzen, die häufig Kontakt zu anderen Katzen haben, sollten geimpft werden. Eine vorherige Blutuntersuchung wird empfohlen, da FeLV-positive Tiere nicht geimpft werden können (eine Impfung in der Virämiephase ist unwirksam). Die Erstimpfung sollte in der 8. Woche vorgenommen werden, die Wiederholung nach 3-4 Wochen. Danach ist eine jährliche Auffrischung erforderlich.

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) wird direkt von Katze zu Katze oder über kontaminierte Gegenstände übertragen. Das Virus gelangt über die Maulhöhle in den Darm, wo es sich vermehrt. Da es danach mit dem Kot ausgeschieden wird, ist die Hauptansteckungsquelle die Katzentoilette von infizierten Tieren. Die Erkrankung tritt erst auf, wenn das Virus mutiert.
Die meisten Katzenwelpen kommen mit dem Virus in Kontakt, es erkranken jedoch nur etwa 5 – 10 % von ihnen. Die anderen können die Vermehrung der Viren dank ihres Immunsystems kontrollieren. Die FIP tritt in zwei Formen auf. Bei der trockenen FIP kommt es v.a. zu Veränderungen an Leber, Niere, Milz, die zum Organversagen führen. Die feuchte FIP führt zu einer massiven Ausschwitzung von proteinreicher Gewebsflüssigkeit in die Köperhöhlen (Bauch, Brustkorb). Eine Therapie ist nicht möglich.
Erste Symptome sind Fieber und Fressunlust.
Eine Impfung ist nur möglich, wenn vorher kein Virenkontakt erfolgt ist. Die Erstimpfung sollte im Alter von 16 Wochen erfolgen und nach 3 Wochen wiederholt werden. Eine jährliche Auffrischung ist erforderlich.

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Für das Kaninchen stehen 3 Impfstoffe zur Verfügung.
Der wohl bekannteste ist der gegen die Myxomatose. Die Übertragung erfolgt direkt oder Indirekt (Stechmücken, Stechfliegen, Flöhe).

Die Tiere leiden unter pockenähnlichen Schwellungen der Schleimhäute, knotige Wucherungen in Haut-und Unterhaut, Fieber, Atem- und Schluckbeschwerden. Letztere führen zur Futterverweigerung und damit zu Abmagerung. 90 % der erkrankten Tiere verenden qualvoll. Es gibt verschiedene Verlaufsformen. Nur der Tierarzt ist in der Lage, für das Einzeltier eine Prognose zu stellen. Um Ihrem Tier dieses Schicksal zu ersparen, gibt es die Möglichkeit der Impfung. Die Erstimpfung sollte im Alter von 4 – 6 Wochen erfolgen und nach 4 Wochen aufgefrischt werden. Danach erfolgt die Impfung halbjährlich.

Eine weitere Erkrankung, gegen die eine Impfung möglich ist, die RHD (rabbit haemorrhagic disease) oder Chinaseuche (sie wurde 1984 zum ersten Mal in China beschrieben). Diese durch Caliciviren hervorgerufene Erkrankung wird auch als plötzlicher Kaninchentod bezeichnet. Die Virusausscheidung erfolgt über alle Körpersekrete und -exkrete. Das Virus wird direkt von Tier zu Tier oder indirekt durch Insekten übertragen. Es kann zu plötzlichen Todesfällen ohne vorherige Krankheitsanzeichen kommen. Auch ist es möglich das Blutungen aus Maul und Nase, Schmerzen und Atemnot auftreten. Die Tiere versterben entweder ohne Symptome gezeigt zu haben an inneren Blutungen, oder innerhalb von 1-3 Tagen mit zentralnervösen Symptomen. Es gibt derzeit keine Behandlungsmöglichkeit.

Auch hier gilt die Impfung als bestes Mittel zum Schutz Ihres Tieres. Die Erstimpfung sollte im Alter von 4 – 6 Wochen erfolgen und nach 4 Wochen aufgefrischt werden. Danach erfolgt die Impfung jährlich.

Der Kaninchenschnupfen ist eine bakterielle Mischinfektion der Luftwege. Als Hauptverursacher gilt Pasteurella multocida. Die Impfung erfolgt bei Hobbytieren nicht routinemäßig, da die Erkrankung hauptsächlich bei hoher Tierdichte auftritt (wie z.B. bei Züchtern oder auf Ausstellungen). Die Impfung erfolgt ab der 4. Woche zweimal im Abstand von14 Tagen, sie sollte halbjährlich wiederholt werden.

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Im Gegensatz zu den anderen Tierarten gibt es für Nager keine Impfungen.

Trotzdem ist ein regelmäßiger Besuch beim Tierarzt auch hier sinnvoll. Zu den wichtigsten Prophylaxemaßnahmen zählen hier die Gewichtskontrolle (auch zuhause auf der Küchenwaage möglich ), die Krallenpflege (mit etwas Übung und der richtigen Anleitung können Sie das auch selbst tun) und die richtige Fütterung (Informieren Sie sich über die Nahrung Ihrer Spezies in freier Wildbahn. Häufig ist Fertigfutter zu konzentriert und damit nicht artgerecht, sogar auf Dauer gesundheitsschädigend. Im Zweifelsfall fragen Sie in der Tierarztpraxis nach.)

Übergewicht führt nicht selten zu Ballengeschwüren. Die kleinen Füße sind nicht geschaffen, um so viel Gewicht zu tragen. Können sich die Tiere aufgrund ihrer Korpulenz nicht richtig putzen, legen Fliegen ihre Eier gern in die verschmutzte Anogenitalregion. Die schlüpfenden Larven sind nicht nur lästig und Ekel erregend, sie sind auch lebensbedrohlich für das betroffene Tier. Weitere Folgen von Übergewicht sind Diabetes mellitus, Blasenerkrankungen u.v.m..

Untergewicht ist immer ein Zeichen für eine Grunderkrankung. Bemerken Sie eine Gewichtsreduktion an Ihrem Liebling, sollten Sie schnellstmöglich die Tierarztpraxis aufsuchen. Zahnerkrankungen, die die Futteraufnahme zu einer schmerzhaften Prozedur machen, sind nicht selten die Ursache für solche Gewichtsverluste. Die Zahl der verschiedenen Differenzialdiagnosen ist groß. In jedem Fall kann nur ein Tierarzt helfen. Im Interesse Ihres Tieres versuchen Sie bitte keine Hausmittelchen aus. Bei einem Nagetier muss die Therapie gezielt und vor allem schnell erfolgen, um lebensbedrohliche Zustände zu vermeiden.

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Frettchen sind für Staupe und Tollwut empfänglich. Die Krankheitsbilder entsprechen denen des Hundes. Frettchen sollten in der 8. und 12. Woche gegen Staupe und in der 16. Woche gegen Tollwut geimpft werden.

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Parasiten sind Schmarotzer, die in (Endoparasiten) oder auf (Ektoparasiten) anderen Organismen leben und diese durch den Verlust von Blut und Körpersubstraten schädigen und damit zu ernsten Erkrankungen wie Durchfall und Blutarmut führen können.
Zu den Ektoparasiten zählen: Flöhe, Läuse, Haarlinge, Zecken und Milben. Die Endoparasiten umfassen Bandwürmer, Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer, Giariden, Kokzidien, Herzwürmer und Lungenwürmer.

Flöhe
Flöhe gehören zu den Insekten und sind wenige Millimeter groß. Sie reagieren auf Erschütterung, Wärme und Gerüche. Flöhe ernähren sich von Blut. Innerhalb von 24 Stunden beginnt ein weiblicher Floh schon mit der Eiproduktion. Die Eier fallen aus dem Fell auf Decken und Kissen, wo sich die geschlüpften Larven dann weiterentwickeln. Eine erfolgreiche Flohbehandlung muß also auch eine Umgebungsbehandlung einschließen! Zu Bedenken ist auch das Flöhe im Puppenstadium sehr lange ausharren können und noch ein Jahr später den ersten Organismus befallen(notgedrungen auch Menschen!). Flöhe sind kein saisonales Problem, sie vermehren sich auch hervorragend in geheizten Räumen. Flohstiche sind typischerweise mit starkem Juckreiz verbunden, im schlimmsten Fall können z.T. mit massiven Entzündungen der Haut reagieren. Bei massiven Befall v.a. von Jungtieren kann eine Blutarmut mit allgemeiner Schwäche auftreten. Weiterhin sind Flöhe der Hauptüberträger für Bandwürmer. Einen Befall kann man feststellen, indem man in wenig behaarten Bereichen die adulten Flöhe sieht oder indem man schwarze Krümel auskämmt, die sich auf feuchtem Küchenpapier rötlich verfärben.

Zecken
Zecken gehören zu den Spinnentieren und sind mit bloßem Auge erkennbar. Unterscheiden kann man den Holzbock, die braune Hundezecke und die Auwaldzecke. Die braune Hundezecke kommt normalerweise nur in Südeuropa vor, wurde aber in den letzten Jahren eingeschleppt und fühlt sich in beheizten Räumen sehr wohl. Zecken sitzen gern im hohem Gras und in Büschen. Dort lassen sie sich abstreifen und suchen dann bevorzugt dünnhäutige Bereiche auf, wo sie sich mittels ihrer Mundwerkzeuge einbohren und Blut saugen. Der Stich führt meist zu einer lokalen Entzündung. Während des Saugaktes kann es zur Übertragung von Bakterien und Viren kommen z.B. Borrelien, Babesien und FSME. Nach einem Spaziergang wird empfohlen, das gesamte Tier und auch sich selbst gut abzusuchen und alle Zecken sofort unter leichtem Zug und drehend zu entfernen. Dabei leisten Zeckenhaken und -zangen gute Dienste. Keinesfalls sollten sie Öl oder ähnliche Substanzen zur Betäubung der Zecke benutzen, das erhöht den Stress der Zecke und führt dazu, dass sie vermehrt Krankheitserreger in den Stich abgibt.

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